Integrativ, systemisch und ressourcenorientiert: Psychotherapie in Lauf an der Pegnitz
Eine Berufsbezeichnung oder eine Liste therapeutischer Methoden sagt zunächst wenig darüber aus, wie eine Therapie tatsächlich abläuft. Deshalb möchte ich hier beantworten: Wie arbeite ich als Heilpraktiker für Psychotherapie und was bedeutet das für Menschen, die mit einer psychischen Belastung zu mir kommen?
Vorab ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: Ich bin Heilpraktiker für Psychotherapie. Das heißt, ich verfüge über die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz. Ich bin jedoch kein approbierter Psychotherapeut und kein Arzt. Meine Leistungen sind privat zu vereinbaren. Die Kosten orientieren sich an dem auf meiner Website genannten Stundensatz.
Zuerst verstehen, was gerade passiert
Am Anfang steht für mich eine sorgfältige Klärung der aktuellen Situation: Was belastet dich? Seit wann bestehen die Beschwerden? Gibt es einen konkreten Auslöser, und welche Auswirkungen haben sie auf Arbeit, Beziehungen, Schlaf und Wohlbefinden?
Dabei interessiert mich nicht nur, was nicht mehr funktioniert. Ebenso wichtig ist die Frage, was bisher getragen hat: Welche Strategien haben dir früher geholfen? Welche Ressourcen sind vorhanden? Und an welchem Punkt reichen die bisherigen Möglichkeiten möglicherweise nicht mehr aus?
Aus Anamnese und diagnostischen Überlegungen entsteht ein gemeinsames Verständnis dessen, was hinter den Beschwerden stehen könnte und woran wir therapeutisch arbeiten sollten.
Psychische Belastungen entstehen nicht im luftleeren Raum
Der Schwerpunkt meiner Praxis liegt auf psychischen Beschwerden im Zusammenhang mit Arbeit, Verantwortung und beruflicher Veränderung. Hoher Erwartungsdruck, Konflikte, Restrukturierungen oder der Verlust einer vertrauten Rolle können erhebliche Belastungen auslösen. Manche Menschen reagieren mit Ängsten oder ständiger innerer Anspannung, andere mit Grübeln, Erschöpfung oder dem Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden.
Dabei wäre es zu kurz gegriffen, ausschließlich auf den Arbeitsplatz zu schauen. Berufliche Belastungen treffen auf persönliche Erfahrungen, Werte und Verhaltensmuster. Etwa den Wunsch, immer leistungsfähig zu sein, Schwierigkeiten beim Setzen von Grenzen oder einen sehr hohen Anspruch an die eigene Verantwortung. Auch familiäre oder biografische Erfahrungen beeinflussen, wie wir mit Belastung, Konflikten oder Kontrollverlust umgehen. Deshalb beziehe ich persönliche und biografische Themen ein, wenn sie für das Verständnis relevant sind.
Integrativ: Die Methode folgt dem Menschen
Meine Ausbildung in Integrativer Psychotherapie hat mich mit unterschiedlichen therapeutischen Perspektiven vertraut gemacht. In meiner Arbeit verbinde ich insbesondere systemische und lösungsorientierte Perspektiven mit ressourcenorientierten und imaginativen Ansätzen.
Integrativ bedeutet dabei nicht, möglichst viele Methoden zu vermischen. Es geht darum, verschiedene Zugänge zur Verfügung zu haben und zu prüfen, welcher für die jeweilige Situation sinnvoll ist. Manchmal steht das Verstehen von Zusammenhängen im Vordergrund, manchmal das Sichtbarmachen von Gedanken- und Verhaltensmustern, manchmal das Wiederzugänglichmachen von Ressourcen oder die konkrete Vorbereitung von Veränderungen im Alltag.
Ich sehe therapeutische Methoden als Werkzeugkasten. Entscheidend ist, was dem jeweiligen Menschen und seinem Anliegen angemessen unterstützt.
Systemisch denken heißt, Zusammenhänge zu betrachten
Wir leben und handeln immer in Zusammenhängen: in Partnerschaften und Familien, in Teams und Organisationen. Eine Veränderung an einer Stelle kann viele andere Bereiche beeinflussen. Gerade bei beruflichen Belastungen ist das relevant. Arbeitsbedingungen, Erwartungen, Rollen, Konflikte und Veränderungsprozesse können ebenso Teil der Situation sein wie das sonstige soziale Umfeld oder die einzelne Person selbst.
Meine mehr als 25 Jahre eigene Führungs- und Managementerfahrung helfen mir dabei, solche organisationalen Zusammenhänge einzuordnen. Sie ersetzen keine psychotherapeutische Perspektive, erweitern sie aber um ein Verständnis dafür, wie Organisationen, Verantwortung und Veränderungsdruck tatsächlich erlebt werden.
Ressourcenorientierung bedeutet nicht, Schwierigkeiten schönzureden
Für mich bedeutet Ressourcenorientierung nicht, Belastungen positiv umzudeuten. Psychische Beschwerden können erheblich sein. Ängste, depressive Symptome oder anhaltende Erschöpfung verschwinden nicht dadurch, dass man sich stärker auf das Positive konzentriert.
Ressourcenorientierung heißt vielmehr, neben dem Problem auch das wahrzunehmen, was weiterhin vorhanden ist: Fähigkeiten, Beziehungen, Werte und frühere Bewältigungserfahrungen. Oft sind diese Ressourcen unter hoher Belastung schwer zugänglich. Ein Teil therapeutischer Arbeit kann darin bestehen, sie wieder nutzbar zu machen.
Therapie braucht Richtung, aber keinen starren Plan
Zu Beginn klären wir, welche Veränderungen für dich relevant wären und woran wir erkennen, dass die Therapie hilfreich ist. Daraus entstehen konkrete Ziele. Diese geben Orientierung, dürfen sich aber verändern. Manchmal zeigt sich im Verlauf, dass ein zunächst offensichtliches Problem nur ein Teil der Situation ist. Dann gehört es zu guter therapeutischer Arbeit, den Weg zu überprüfen und anzupassen.
Psychotherapie ist nicht Coaching
Da ich sowohl als Coach als auch psychotherapeutisch arbeite, ist mir eine klare Unterscheidung wichtig. Coaching richtet sich an Menschen, die psychisch ausreichend stabil sind und etwa Entscheidungen treffen oder eine neue Rolle gestalten möchten. Psychotherapie hat einen anderen Rahmen: Wenn psychische Beschwerden entstanden sind, andere Lebensbereiche zunehmend beeinträchtigen oder bisherige Bewältigungsstrategien nicht mehr tragen, ist eine psychotherapeutische Behandlung angemessen.
Die Themen können sich oberflächlich ähneln. Eine berufliche Veränderung kann Gegenstand eines Coachings sein oder Auslöser einer erheblichen Belastungsreaktion. Entscheidend ist nicht das Thema, sondern die Situation des Menschen.
Ein geschützter Rahmen für Veränderung
Psychotherapie braucht aus meiner Sicht vor allem einen Rahmen, in dem auch schwierige Themen ohne vorschnelle Bewertung betrachtet werden können. Nicht jede Sitzung führt zu einer unmittelbaren Lösung. Manches muss verstanden, ausgehalten oder neu erprobt werden. Mein Ziel ist es, dabei Orientierung zu geben, Zusammenhänge verständlicher zu machen und gemeinsam Wege zu entwickeln, die zu deiner individuellen Situation passen.
Die psychotherapeutischen Sitzungen dauern in der Regel 60 Minuten und finden in meiner Praxis in Lauf an der Pegnitz statt.
Wichtig: Meine Praxis ist keine Notfallversorgung. Bei akuten Krisen, etwa bei Suizidgedanken oder einer akuten Gefährdung, wende dich bitte sofort an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), die Notrufnummer 112 oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 bzw. 0800 111 0 222, rund um die Uhr, kostenlos und anonym). Eine erste Anlaufstelle bietet auch die Website https://krisendienste.bayern.



